Gene und Ernährung
In diesem Kapitel erfährst du, wozu Pflanzenforscher, -züchter und Lebensmittelhersteller die Gentechnik anwenden.
Gene zu essen, ist etwas ganz Normales
Eine Umfrage hat gezeigt, dass viele Leute der Meinung sind, nur gentechnisch veränderte Lebensmittel würden Gene enthalten und herkömmliche Lebensmittel seien frei von Genen. Das ist falsch. Praktisch alle unsere Lebensmittel – egal ob pflanzliche wie Salat und Bananen oder tierische wie Fleisch und Eier – enthalten Gene.
Was passiert mit den Genen?
Im Magen und im Darm werden die Gene in ihre Bausteine zerlegt. Die Bausteine werden dann entweder zum Aufbau von Körpersubstanzen benötigt oder ausgeschieden.
Du musst dir also keine Sorgen machen, dass du Eigenschaften des Spinats oder des Schweins annimmst, wenn du gerne Spinat oder Kotelett isst oder, anders gesagt, wenn du Spinat-Gene und Schweins-Gene zu dir nimmst.
Alte Ziele und neue Methoden
Die Pflanzenforscher, die heute mit gentechnischen Methoden arbeiten, haben eigentlich die gleichen Ziele wie die ersten Ackerbauern vor 10'000 Jahren: Kulturpflanzen, die ertragreich und widerstandsfähig gegenüber schädlichen Organismen und Unkräutern sowie “Wind und Wetter“ sind.
Nebst dem Schutz der Pflanze und damit der Ernte konzentriert sich die Forschung mehr und mehr auch auf die Verbesserung der Nahrungsmittelqualität, was der Gesundheit des Menschen zugute kommt.
Bei der Züchtung von Pflanzen haben auch Ackerbauern die Gene der Pflanzen verändert. Doch zwischen gezüchteten Pflanzen und gentechnisch veränderten Pflanzen besteht ein wesentlicher Unterschied: Mit Gentechnik kann das Erbgut von Pflanzen gezielt verändert werden. Ausserdem werden bei der herkömmlichen Züchtung nur artverwandte Pflanzen gekreuzt. Mit der Gentechnik können auch Gene aus nicht-verwandten Organismen, das heisst zum Beispiel aus Bakterien, eingeschleust werden.


