Chromosom 22: Die rätselhafte Grösse des Genoms
Nur gerade drei Prozent des menschlichen Erbguts sind tatsächlich funktionierende Gene. Die Wissenschaftler sind sich bis heute nicht einig, weshalb dies so ist und welches die Funktionen der übrigen 97 Prozent unseres Erbguts sind.
Wir können uns vorstellen, dass die Gene wie Schiffe auf einem riesigen Ozean aus DNS schwimmen. Das menschliche Genom hat etwa 20 000 bis 25 000 solcher Gen-Schiffe.
Wegen der scheinbar überflüssigen DNS verbraucht die Verdoppelung unseres Erbguts bei jeder Zellteilung viel mehr Stoffwechselenergie, als eigentlich nötig wäre. Worin der Grund für diesen scheinbaren Verschleiss liegt, verstehen wir heute noch nicht. Es muss aber angenommen werden, dass sich hinter der vermeintlich unnützen DNS unter anderem eine Vielzahl von Regelwerken verbirgt, die darüber entscheiden, wann welche Gene in welchem Ausmass ein- oder ausgeschaltet werden.
Ausgerechnet die DNS-Abschnitte, die keine Gene enthalten, werden gebraucht, um genetische Fingerabdrücke herzustellen (mehr dazu erfährst du hier).
